Programmpunkte
Der Ausbildungskurs enthält folgende wichtge Elemente:
1. Fallbearbeitung in Tutorien mit den Lehrenden in der Rolle der Studenten
Die Teilnehmenden bearbeiten in Gruppen zu acht mit einem erfahrenen Tutor einen Fall. Die Bearbeitung eines Falles aus dem Blickwinkel der Studierenden zu erleben, ist essentiell, um wichtige Aspekte des POL zu begreifen, insbesondere um den Unterschied zu einem Seminar mit einer dominierenden Rolle des Seminarleiters zu verstehen.
2. Einführung in Lerntheorien
Zusätzlich zu den vielen interaktiven Teilen des Kurses werden den Teilnehmern einige ausgewählte lerntheoretische Grundlagen vermittelt.
3. Erprobung von Prüfungssituationen
Prüfungsformen wie "Objective Structured Clinical Examination" (OSCE) oder "Standardized Patient? werden vorgestellt. Die Teilnehmenden durchlaufen selbst die einzelnen Prüfungsstationen. Im unmittelbaren Anschluss an die Aufgabe in der Station erfolgt ein "Feedback" durch den Prüfer anhand einer ausgefüllten Checkliste. Die Teilnehmer erleben somit die Prüfungssituation aus dem Blickwinkel der Studierenden.
4. Fallschreiben
Die Fälle der Tutorials basieren alle auf realen Fällen. Auch wenn nicht alle Tutoren einen vollständigen eigenen Fall schreiben werden, ist doch die Auseinandersetzung mit dem Schreiben eines Falles und der anschließenden Diskussion in der Gruppe ein wichtiges Element zum Verständnis des POL. Im selbständigen Schreiben eines Falles erfahren die Teilnehmer am besten, welche Elemente einen wirklich guten Fall ausmachen. Darüber hinaus werden sie durch dieses Kurselement animiert, für eigene außerhalb des Programms stehende Veranstaltungen auf dieses Unterrichtsmittel, z.B. in Form von "Minicases" zurückzugreifen.
5. Vortragstechnik und Feedback
Ein wesentliches Element des Tutortrainings besteht in dem sogenannten "Microteaching". Konstruktive gegenseitige Kritik eines mit Video aufgezeichneten Kurzvortrags jedes Teilnehmers erlaubt diesem eine Verbesserung der persönlichen Vortragstechnik zu erreichen. Der zweite Effekt dieser Veranstaltung ist das Einüben einer standardisierten Technik der Ausübung von Kritik, was durch die Bezeichnung "feed back" besser ausgedrückt wird. Für viele Mitglieder der Fakultät ist dies die erste Möglichkeit über den eigenen Vortragsstil kritisch zu reflektieren.
6. Gesprächsführung - Überbringen schlechter Nachrichten
Das Gespräch mit Patienten oder Angehörigen ist ein wesentlicher Bestandteil des ärztlichen Berufs. Das Überbringen schlechter Nachrichten ist eine Aufgabe, die in der Ausbildung meist zu kurz kommt. Im Tutorentraining werden Rollenspiele in Kleingruppen durchgeführt. Anhand von Videoaufzeichnungen, die zuerst in der Kleingruppe, dann im Plenum besprochen werden, bekommen die Darsteller konstruktive Rückmeldungen. Gemeinsam werden Lösungsvorschläge und Modifikationen erarbeitet. Ziel ist es, diese Übung in der medizinischen Ausbildung an der LMU zu etablieren.